Donnerstag, 30. Oktober 2014

Nichts: Roter Sand, Kangaroos und das Ende der Welt

Letzte Woche war es Draußen in der Sonne nicht lange auszuhalten. Hätten wir in Deutschland Temperaturen von 38 Grad, würden wir von einem "ultra heißen Sommer" reden. Hier ist jedoch erst Frühling. Also ein perfektes Wetter um sich den ganzen Tag im Haus mit guter Klimaanlage oder im kalten Pool zu verstecken. Im Supermarkt dagegen friert man.
Am Dienstag besuchten wir das Kings Billabong Wildlife Reserve. Eine Flussniederung am Murray River hier in Mildura. Der Fluss ist zudem nicht ganz ungefährlich. Er hat mehrere tiefe Löcher im Boden und durch die starke Strömung entstehen Wasserstrudel die oft erst nicht zu vermuten sind. Gruselig.





Gestern begaben wir uns zum Mungo Nationalpark. Er enthält viele ausgetrocknete Seen. Einer davon (wohl der Hauptsächlichste) ist der Lake Mungo. Der Nationalpark ist vor allem so bedeutend, weil hier die mit ältesten menschlichen Überreste gefunden wurden. Der Wind deckt noch heute Knochen auf, die vom vielen feinen Sand verschüttet wurden. 
Der 170 km lange Weg zum Mungo Nationalpark war im wahrsten Sinne etwas holprig ;) Dirt Roads, unbefestigt, roter Sand, Löcher, Staub und Steine. Das hat uns ziemlich durchgerüttelt und größtenteils konnte man nur etwa 50 km/h fahren. Die riesigen Road Trains dagegen lassen sich von solchen Straßen nicht beirren. Man sieht sie schon aus der Ferne, da sie eine gigantische rote Staubwolke mit sich bringen. Immer wenn sie an uns vorbeizischten, wurde unser Van von dem roten Staub eingehüllt ;) 




Im Nationalpark angekommen herrscht wieder endlose Stille. Stille, die man so in Deutschland nirgends erleben kann. Ein Weg führt uns direkt durch den leeren Mungo Lake. Riesig. Dann und wann kommt man an verschiedene Aussichtspunkte. Dreht man sich um die eigene Achse ist weit und breit (fast) nichts. Überall trifft man auf Emus und Kängurus, die sich von Autos oder Menschen nicht abschrecken lassen. (Dazu muss gesagt werden, dass man quasi allein in dem Park ist, wir sahen nur etwa eine hand voll Menschen). 



nichts außer Büsche und ein paar Bäume

Am Horizont erkennt man weiße große Hügel. Das sind riesige Berge aus unglaublich feinem Sand. Inmitten dieser Sandberge fühlt man sich wie am Ende der Welt. Man sieht nichts außer den wolkenlosen blauen Himmel und den weiß- beigen Sand. Unbeschreiblich. 
Nur die Kamera hat den hellen Sand leider nicht so gut einfangen können.



Blick von einem der Sandberge


Eine Sonnenbrille ist hier unbedingt zu empfehlen (besitze ich leider nicht). Der helle Sand reflektiert das Sonnenlicht so stark, dass man kaum geradeaus schauen kann. ;)



Hier hat sich jemand noch einen kleinen Scherz erlaubt. Sehr süß und witzig. :)






Montag, 20. Oktober 2014

Grüße aus Mildura!

Noch am selben Tag unserer Abreise aus West Wyalong erreichten wir endlich Mildura im Bundesstaat Victoria. Eine recht große Stadt mit etwa 30.000 Einwohnern, irgendwo im Nirgendwo. Seit 12 Tagen bin ich bereits hier.


Mildura fühlt sich einfach toll an. Roter Sand, super nette Leute, tolles heißes Wetter, Ruhe und in der Nacht einen wunderbaren Sternenhimmel. Ringsum Mildura kann man überall riesige Farmen sehen, auf denen vor allem Weintrauben und Zitrusfrüchte wachsen.
Letztes Wochenende fand die Mildura Show statt. Ein großes Fest auf einer riesigen Wiese mit unzähligen bunten Fahrgeschäften und Essständen. An einem dieser Stände arbeitete ich. Vor mir 3 riiieeesiige Paella Pfannen die jeweils bis obenhin mit "Soßen" aus einem mexikanischen Restaurant gefüllt waren. Leute wurden von dem würzigem Geruch angezogen und staunten über die gigantischen Pfannen. Besonders Kinder blieben mit offenem Mund vor dem Stand stehen. "Das ist das 'meiste' Essen was ich je gesehen habe", meinte ein kleiner Junge ;).
Trotz dem 35 Grad heißen Wetter und den gefühlten 50 die mir das kochende Essen schenkte, hatte ich sehr viel Spaß. Die Leute mit denen ich zusammen arbeitete waren super nett, voller Energie und Freude. Das war eine tolle Erfahrung.

ein Teil der Mildura Show
Quelle: http://www.murrayriver.com.au/event/157-mildura-show/


Gestern war ich in einer Bar, welche die wohl "chilligste" ist, die ich je gesehen habe. Sie befindet sich etwas abgeschieden von der Stadt. Ringsherum natürlich wieder Weinplantagen. Die Bar ist ein altes Haus mit einer hübschen Veranda. Der Boden hat noch die alten dunklen Holzdielen. Der Außenbereich ist Überdacht. Schaut man hinauf, sieht man, dass es fast vollständig mit Wein bewachsen ist. Hier und da hängen ein paar kleine Äste herunter. Auf der Veranda stehen vereinzelt bequeme Sessel. Kommt man in das Haus, fühlt man sich wie in einem Wohnzimmer. Ein kleiner Flügel steht in der Mitte des großen Raumes. Alte Bilder hängen an der Wand und einige Möbel stehen an ihrem Platz, als hätte sie niemand wieder angerührt und verschoben. Die Küche ist offen, keine hellen, kalten Fliesen. Überall hat man bequeme Sofas und Sessel. Ich dachte mir, ich wäre auf einer netten Hausparty.  Nebenbei aß ich noch ein Stück vom wohl besten Schokoladenkuchen den ich bisher hatte ;)

auf dem Weg nach Mildura



Ein niemals-müde-werd-hund ;)

Dienstag, 7. Oktober 2014

Die Blue Mountains und der Weg ins Outback

Es geht los. Am 4. Okt. haben wir Sydney verlassen und begeben uns nun ein Stück in Richtung Westen. 
Ein paar Tage verbrachten wir in Katoomba in den Blue Mountains. Morgens wird man von unzähligen Vögeln geweckt, die dort in den riesigen Wäldern und in dem Park, in dem wir blieben, leben. Neben vielen weißen und rosa Kakadus und bunten Lorikeets sah ich zum ersten mal einen Kookaburra. Direkt vor meinen Augen saß er auf einem Ast. Sogar als ich näher kam, flog er nicht weg. Kookaburras machen die wohl tollsten Geräusche, die ich bis jetzt von Vögeln in meiner Nähe hörte. Meist in der Dämmerung, aber auch am Tage hört man sie in großen Gruppen. Der Klang erinnert an Äffchen, viele Äffchen. Wunderbar komisch.

Kookaburra


Kakadus

Wir wanderten ein Stück durch die Blue Mountains. Es war heiß, doch die vielen alten Bäume der Wälder spendeten uns Schatten. Dann und wann kam man an verschiedene Aussichtspunkte. Die Berge und Wälder sind mit einem bläulichen Dunst durchzogen, der von den Eukalyptusbäumen ausgestoßen wird. Unter mir ein tiefer Abgrund und dann nur noch grün. Schaut man länger hin, sieht man Kakadus und viele weitere schöne Vögel, die ihre fast unendliche Freiheit genießen. Der Ausblick von den Bergen ist so schön, nicht einmal die schönsten Bilder könnten ihn beschreiben.


Three sisters



ein Beweis, dass wirklich Frühling ist ;)







Nach einigen Tagen geht es weiter. Die Blue Mountains werden immer kleiner, während sich die Landschaft langsam aber sicher verändert. Die Straßen werden länger und leerer, Dörfer oder Städte sind fast ewig weit voneinander entfernt. Der Sand wird rot und dort, wo man eigentlich Wälder vermutet, sind immer mehr kleine Sträucher zu sehen. Schon jetzt macht sich das Outback langsam bemerkbar. 
Fast 500 km sind wir jetzt von Sydney entfernt. West Wyalong hieß die Stadt, die wir nun wieder verlassen. 

Bis dahin!


Sonnenuntergang in West Wyalong







Mittwoch, 1. Oktober 2014

Jetzt geht's erst richtig los! - Mission: Van verwandeln

Endlich! Nach ewig langem Suchen, Hoffen und nach vielen Enttäuschungen haben wir ihn endlich gefunden- unseren Van! :) Am Montag (29.9) haben wir ihn abgeholt. Ein Toyota mit hohem Dach und viel Platz. Jedoch ist es kein typischer Campervan, wie man ihn fertig eingerichtet kaufen kann. Wir kauften ihn von einem Mann mit 7! Kindern. Natürlich braucht er ein großes Auto ;) Etwa 14 Leute haben dort Platz zum sitzen und ja, alle Sitze waren noch drin. Man kann also sagen, wir haben einen kleinen Bus gekauft.
Nachdem uns die Schlüssel überreicht wurden, sind wir direkt zu IKEA gefahren (jawoll, in Australien gibt es IKEA). Dort kauften wir nützlichen Kleinkram wie Decken, Kissen, Tücher, Küchenzeugs, ..., und sogar einen kleinen "Schrank" :) 



Gestern (Di) war ein perfekter Tag für Leute, die sich bei 33 Grad mit dem Auto in der Sonne abrocken wollen. Das mussten wir natürlich nutzen. Alle Sitze wurden rausgeschraubt, was letztendlich eine Arbeit von etwas über 3 Stunden war. Dann eine kleine Fahrt zu einem Händler, der uns diese Dinger abkaufte, danach wieder einkaufen.






Heute haben wir damit begonnen, den Van teilweise einzurichten. Der Schrank wurde aufgebaut, danach wurde - natürlich wieder- eingekauft! Elektronikkram, ein Sofa-Bett mit vielen vielen Kissen, mehr Decken, und: schöner Stoff in rot und blau für die Gardinen. Die werden natürlich selbst zusammengenäht und mehr oder weniger provisorisch angebaut (das wird jedoch eine Weile dauern :p)




Es gibt noch viel zutun. 
Bis später :)

Montag, 22. September 2014

Was für ein Frühling!

Sonne! Während es in Deutschland herbstlich wird, kann man hier schon langsam den Sommer schmecken. In den letzten 7 Tagen war ich hier und dort und habe ein bisschen mehr von der riesigen Stadt Sydney gesehen. Am Bondi Beach war es dieses mal sehr angenehm und auch das Ben&Jerry´s Eis war super ;)  
Bondi Beach

Sonntag war ein wunderbarer Tag. Kaum eine Wolke am Himmel und natürlich: Sonne! Wir waren wieder einmal am Sydney Harbour und sind dort in die Fähre nach Manly eingestiegen. Von dem Wasser aus ist alles sehr hübsch anzuschauen. Ich habe die Orte auf einer Karte eingezeichnet.

 In Manly gibt es den Sydney Harbour National Park. Viele höhere Aufstiege. Für mich ist es wie ein riesiger Hügel. Von vielen Stellen dieses Parks hat man einen wundervollen Blick auf Teile von Sydney! Das kann ich jedem empfehlen :)


 Irgendwann kamen wir an den sogenannten "Quarantine Beach". Ein schöner kleiner Strand und eine nette Abkühlung dazu ;) Rundrum viele Denkmalgeschützte Häuser. Früher wurden hierhin kranke Leute gebracht, um zu verhindern dass sich ansteckende Krankheiten zu stark verbreiten.
Quarantine Beach

Auf der Rückfahrt ging es durch die berühmte Sydney Habour Bridge und an einen weiteren Strand vorbei, der schon vom Auto aus traumhaft aussah! Ringsherum wieder riesige Hügel (so kann man sich auch die Straßen vorstellen). Reiche Leute bauen hier ihre Häuser und haben den wohl besten Ausblick, den man sich vorstellen kann.
Bald mehr.
Vergesst nicht, die Bilder anzuschauen ;)

..noch ein Strand in Manly